Kurzmitteilung II

Mit einem blitzenden Skalpell hast du mich ausgehöhlt; du sagtest du bräuchtest mehr Platz, mehr Licht. Als so viel Platz da war, dass man beinahe nicht mehr wusste, wo man zu Hause ist, als man vor Platz kaum mehr atmen konnte, da bist du ausgezogen. Du sagtest du gehst nur kurz Zigaretten holen. Später riefst du an und sagtest, du würdest nicht mehr wieder kommen. Du hast mich ausgehöhlt; nun bin ich in mir allein, mit meiner Höhle.

Von außen scheint das Licht hinein, wie durch eine Reispapier-Lampe aus dem Möbel-Discounter. Dünnsichtige Haut.

An den ausgeschabten Innenwänden sickert noch das Blut. Es riecht. Kennst du den Geruch von Blut?

Schuppig trockne Schorfhügel bedecken den Boden, gleich daneben glänzen frische, matschige Flecken; kleine Spalten aus denen hell das Unterhautfett schimmert. Spaltbreite Wunden, rot-weiße Gletscher.

Du könntest wenigstens kommen und dir ansehen, was du getan hast; hoffentlich erstickst du in deiner Freiheit! Du Bastard.


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