Familienfeier
Morgen ist eine Familienfeier, aber ich werde dort nicht hingehen. Es würde mir schwer fallen zu sagen, dass ich seit Oktober fürchterlich traurig war und mit Abgabe der Examensarbeit im November alles hingeschmissne habe, seither nicht einmal mehr mein Zimmer ausgesaugt*, geschweige denn fleißig gelernt habe. Nein. Dass man den Tag nur ertragen kann, wenn man möglichst lange im Bett liegen bleibt und jedesmal wieder hofft, noch einmal einzuschlafen und dass beim nächsten Aufwachen alles ein bisschen netter und weniger zum Verzweifeln ist, das kennen die nicht und würden es nicht verstehen.
In dieser Familie wird harte Arbeit groß geschrieben. Deshalb werde ich nicht zu der Feier gehen, auf ihre Fragen kann ich keine Antworten geben. Ich bin weiterhin traurig, es ist nur ein bisschen besser geworden. So, dass man denkt, es wird ein morgen geben und das ist überhaupt nicht schlimm. Es ist so besser geworden, dass ich mich umdrehen kann und sagen kann, was zu tun ist; ganz langsam Schritt für Schritt losgehen, anfangen. Wie ein schwacher Greis. Aber immerhin.
(*Es stimmt ja gar nicht: EINmal habe ich gesaugt, als Gäste aus Berlin kamen.)
Über diesen Eintrag
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- Veröffentlicht:
- 11/04/2011 / 22:33
- Kategorie:
- Handschuhfach
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